Wachs

Die Basis eines gesunden Bienenvolkes ist gesunder Wachs.

Folgenden Text habe ich zur Veröffentlichung an Die Biene geschickt. Er ist in der Märzausgabe erschienen. 

Vielen Dank an Gilbert Brockmann für die Unterstützung hierbei

Ein 6kg schwerer Wachsblock aus dem eigenen Wachskreislauf

Selbst ist der Mann


Klar, das klappt nur, wenn jemand bereit ist, aufopferungsvoll seine freie Zeit darauf zu verwenden und Keller oder Garage zur Verfügung stellen kann. Der frühere Vorsitzende Richard Wagner hat das in die Hand genommen und kümmert sich seitdem um die fachmännische Verarbeitung von Bienenwachs zu Mittelwänden. Dampfwachsschmelzer und Mittelwandgießform wurden angeschafft und der eigene Wachskreislauf im Verein populär gemacht. Seitdem bringen die Imker jedes Jahr ihre Wachsblöcke zu Richard Wagner. Er klärt das Wachs und fertigt die Mittelwände, im Wunschmaß und aus dem eigenen Wachs des Imkers.

Wachs, aber richtig


Das abgegebene Wachs wird sorgsam nach Herkunft beschriftet - der Wachsverarbeiter legt Wert auf Ordnung und macht seine Sache mit großem Ehrgeiz. Hier wird kein Gramm verschwendet. Er mag es, wenn das Wachs direkt aus dem Wachsschmelzer gebracht wird. Zu oft hat er gesehen, dass durch zu starkes Erhitzen oder die Verwendung falscher Klärgefäße das Naturprodukt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die richtige Handhabung des Wachses ist für das Gelingen der Mittelwände sehr wichtig. Klären und Umarbeiten des Wachses sind eine typische Winterarbeit. In einer Stunde sind aus etwa 2,5kg Wachs rund 35 Mittelwände gefertigt. Wer die Wachsküche betritt, wird vom typischen Wachsduft begrüßt. In der Zeit der Winterruhe ist dieser Duft für jeden Imker ein Ausblick auf das kommende Frühjahr. Hier lässt es sich aushalten.

Wachsverarbeitung im Verein

 

Der Bienenzuchtverein Lebach im Saarland kann auf einen über zehn Jahre etablierten eigenen Wachskreislauf für jeden teilnehmenden Imker zurückblicken. Lukas Tost schildert, wie es dazu kam und wie es sich bewährt.

Immer häufiger hört man von verfälschtem oder belastetem Bienenwachs, dabei ist doch gerade Wachs das Fundament, auf dem jedes gesunde Bienenvolk gründet. Die hochsensiblen Sinne der Biene und feinste Laborgeräte, mit denen Wachs und Honig untersucht werden können, erkennen kleinste Idealabweichungen. Was können Imker machen? Sollen sie auf Naturwabenbau umstellen oder doch noch Mittelwände aus vertrauenswürdiger Quelle beziehen? Das hat man bereits vor über zehn Jahren überlegt und einen eigenen Wachskreislauf realisiert.

Sicher und sauber


Fein säuberlich gestapelt stehen die gekennzeichneten Wachsblöcke bereit. Das Wachs wird in Edelstahlbehältern mit Blick aufs Thermometer erhitzt und mehrfach geklärt. Wenn die Reinheit stimmt, werden aus dem Wachs die Mittelwände hergestellt. Eine Pumpe, die an einen Wasserkreislauf angeschlossen ist, ermöglicht die mehrtägige Nutzung von Regenwasser zur Kühlung der Mittelwandgießform. Für jedes gängige Wabenmaß hat Richard ein Gespür für die Wachsmenge entwickelt, die er mit der Kelle auf die Gießform schöpfen muss. Diese Arbeit braucht Zeit und Sorgfalt - sie wird von seinen Vereinskollegen mit Dank und einem Obolus entlohnt. Jedes Jahr werden so mindestens 150kg Bienenwachs zu Wachsplatten umgearbeitet - Tendenz steigend. Unser Fazit ist eindeutig: Nachmachen erwünscht!