Naturschutz

Ein wichtiger Aspekt der Bienenhaltung ist der Naturschutz. Für einen Imker ist es ganz selbstverständlich sich mit der Natur auseinanderzusetzen. Dazu gehören neben dem Auge für geeignete Standorte für die eigenen Bienenkästen auch die Beobachtung des Wetters und das Gespür für Veränderungen im Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt in ihrer Region.

Insekten als Zeigerorganismen

Egal ob im Wasser, in der Erde, im Totholz oder der Luft - Insekten sind für viele Tiere die Lebensgrundlage. Auch viele Pflanzen sind auf die Bestäubung ganz spezieller Insekten angewiesen. Die Vielfalt in dieser ganz eigenen Welt ist schier unvorstellbar. Schätzungen zu Folge gibt es weltweit etwa vier bis sechs Millionen Insektenarten(Quelle) - viele davon haben wir noch nicht entdeckt.

Ein Mangel oder Rückgang der Zahl der Insekten wirkt sich in der Nahrungskette auf alle Nachfolger aus. Diese Auswirkungen können schleichend sein, da die bestehende Population jedes Kettengliedes gewisse Schwankungen wegpuffern kann.

Veränderungen im Ökosystem erkennt man demzufolge zuerst an der Basis - deswegen werden Insekten schon jeher als Zeigerorganismen genutzt.

Zeigerorganismen (Indikatororganismen)

Bestimmte Lebewesen sind auf ganz bestimmte Umweltbedingungen angewiesen, ohne die sie nicht existieren können. Durch deren Vorkommen (oder Abwesenheit), kann man auf bestimmte Umweltfaktoren zurück schließen.

Schmetterlinge im Garten?

Schmetterlinge mag doch jeder. In vielen Gärten steht der Schmetterlingsflieder, doch Schmetterlinge sieht man daran immer seltener.

In Deutschland sind es etwa 3700 Arten von Schmetterlingen und Faltern. Nur 50 % aller Schmetterlingsarten in Deutschland sind nicht gefährdet, 2 % sind bereits ausgestorben oder verschollen. Eine dramatische Entwicklung. (Quelle)

Was viele vergessen: Damit es bunte Schmetterlinge gibt, müssen die Raupen Futter finden. Die Raupen dieser schönen Insekten werden jedoch oft als Schädlinge bekämpft - oder es fehlt weit und breit an den geeigneten Futterpflanzen für bestimmte Arten, denn Schmetterlingsraupen sind äußerst wählerisch.

Artenschutz

Bislang konnten erst 1,4 Millionen Arten wissenschaftlich erfasst werden, darunter rund 41.000 Wirbeltiere, knapp 250.000 Blütenpflanzen, Farne und Moose sowie 75.000 Insekten.

Mindestens 5.400 Tier- und 4.000 Pflanzenarten sind an der Grenze der Ausrottung. Die meisten von ihnen sind dies, da sie sehr empfindlich auf Lebensraumänderungen reagieren. (Quelle)

Meine saubere Windschutzscheibe

Platsch - wieder ist eine Mücke an die Windschutzscheibe geflogen.

Ganz ehrlich: Wie oft ist Dir das in den vergangenen Jahren passiert? Ich erinnere mich, dass wir vor zehn Jahren bei längeren Autofahrten gerade deswegen Zwischenstopps machen mussten. Am Rastplatz stand meistens ein Eimer mit Seifenlaufe bereit, um die Windschutzscheibe und Scheinwerfer von den lästigen Insekten zu säubern. Weißt Du noch, wie ärgerlich das war? Ein Wagen, frisch aus der Waschstraße, war an manchen Tagen schon nach der kurzen Heimfahrt wieder voller Käfer.

Mittlerweile ist das anders. Die Insekten sind verschwunden und geraten in Vergessenheit. Ich persönlich würde mich lieber über mehr Mücken ärgern, als keine mehr zu sehen. Irgendetwas läuft doch da schief, oder?

Dramatisches Insektensterben

"Rückgang um 80 Prozent in Teilen Deutschlands

In den letzten Jahren ist die Zahl der Fluginsekten in Teilen Deutschlands dramatisch zurückgegangen, in Nordrhein-Westfalen um alarmierende 80 Prozent. Die Folgen sind bisher ungeklärt. Der NABU fordert schnelle Aufklärung der Ursachen und des Ausmaßes." - NABU