Bienen fand und finde ich besonders faszinierend. Deswegen habe ich mich im Juni 2014 auch dazu entschlossen selbst Bienen zu halten. Sich Bücherwissen anzueignen ist eine Sache, selbst ein Bienenvolk zu betreuen eine andere. So ergab es sich, dass nach einigen Wochen der Planung zwei Jungvölker im Garten aufgestellt wurden. Von Anfang an war für mich der Kontakt zu erfahrenen Imkern sehr wichtig. Mein Imkerpate, von dem ich die Jungvölker bekommen hatte, schlug vor, dass ich dem Imker- bzw. Bienenzuchtverein beitreten sollte. Beim nächsten Stammtisch habe ich

mich dort vorgestellt und wurde herzlich empfangen. Der Stammtisch des Bienenzuchtverein (BZV) Lebach, bei dem ich seitdem Mitglied bin, ist meine monatliche Anlaufstelle bei Fragen und für den allgemeinen Informationsaustausch. Seit Januar 2015 bin ich als Schriftführer im Vorstand tätig und kümmere mich darum, dass verschiedene Informationen auch in unserem Lokalblatt erscheinen.

 

 

Wenn man sich vor der Idee der Bienenhaltung nie mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, sollte man an einem Neuimkerkurs, bei dem die Teilnehmer ein ganzes Jahr lang Schritt für Schritt in der Bienenhaltung unterwiesen werden, teilnehmen. Diese Kurse kann ich jedem, der sich für die Bienen begeistert, nur wärmstens empfehlen. Wer die Verantwortung für ein Bienenvolk übernimmt, der verpflichtet sich diesem auch gleichzeitig – das muss man sich vorher klar machen.

 

 

Die Bienenhaltung ist für mich ein Ausgleich zu den Leistungsanforderungen an der Universität. Ich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen und stoße im Kreis von Familie, Freunden und Nachbarschaft auf Zuspruch und großes Interesse.

 

Hobbyimker Lukas Tost

"Wenn die Ernte ansteht vergisst man schnell den einen oder anderen Stich – jedoch nicht die Arbeit von Imker und Biene, die in jedem einzelnen Tropfen Honig steckt."

 

Steckbrief

Im Rückblick war die Bienenhaltung für mich bereits vorprogrammiert, auch wenn es mir bis 2014 selbst nicht klar war. Schon immer habe ich mich für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert. Zur großen Freude meiner Eltern habe ich als Kind allerlei Krabbeltiere, Schnecken oder Würmer nach Hause gebracht. In der Schule war natürlich Biologie mein Lieblingsfach, welches ich in der Oberstufe des

Geschwister-Scholl-Gymnasiums als Leistungskurs belegt hatte.

Mittlerweile studiere ich an der Universität des Saarlandes:

Bioinformatik.

 

 

Es stimmt zwar, dass ich den Altersdurchschnitt im Verein senke, aber das ist für mich eindeutig ein Vorteil. Die Altimker haben mich schnell in ihr Fachjargon eingeführt und mich in ihre Diskussionen eingebunden. Mittlerweile kenne ich mich selbst gut genug aus um mich um bisher acht Bienenvölker kümmern zu können. Man entdeckt bei jedem Blick ins Bienenvolk etwas neues, teilweise auch unerwartetes. Falls ich mir dann doch nicht sicher bin was zu tun ist, genügt ein Anruf bei den Imkerkollegen um diese Frage zu klären. Beim darauf folgenden Stammtische kann das Thema noch einmal aufgegriffen und erörtert werden. Wenn man sich fortbilden möchte, ist der

Lehrbienenstand des BZV Lebach eine weitere Anlaufstelle: Hier stellen erfahrene Imker regelmäßig bestimmte Vorgehensweisen vor.

 

 

Wie viele andere wurde ich vom „Virus“ Bienenhaltung befallen und betreibe dieses Hobby intensiv. Mein Zeitbedarf ist entsprechend hoch, jedoch sollte auch jeder andere interessierte genug Zeit zur Verfügung haben. So können zum Beispiel auch der Zeitpunkt/-Raum des Urlaubs von den Interessen der Bienen abhängig sein.

Es ist schwierig für den Arbeitsaufwand eine bestimmte Stundenzahl zu nennen, da sich die Bienen leider nicht unbedingt an die Vorstellungen des Imkers halten. Ein gutes Zeitmanagement ist auf jeden Fall sehr wichtig. Manchmal kann man den die Beute bereits nach 10 oder 15 Minuten schließen, an anderen Tagen braucht man mit etwa 45 Minuten wesentlich länger – wichtig ist: immer entspannt bleiben, denn dann sind es die Bienen auch.

Das schlimmste ist, wenn einem die Zeit im Nacken sitzt, denn das lassen die Bienen einen schnell spüren.

 

Die Natur zu erforschen macht Spaß!

– und dann gibt es natürlich noch den leckeren Honig -